Wo wir sind

Mit ihren rund 160 Mitgliedern repräsentiert die Vereinigung Westfälischer Museen e.V. die öffentlich zugänglichen Museen in der gesamten Region Westfalen-Lippe, vom Haus mit weltweiter Ausstrahlung bis zum Heimatmuseum. Sie versteht sich als Sachwalter all dieser Institutionen und vertritt diese als Fachverband in der Öffentlichkeit. Der Vorstand mit seinen 13 Mitgliedern repräsentiert möglichst alle Museumssparten und westfälische Regionen.

Wer wir sind

1926 gegründet und damit eine der ältesten ihrer Art in Deutschland, blickt die Vereinigung auf eine über 75jährige Geschichte zurück; das Archiv ist im Westfälischen Archivamt deponiert; seit 2013 ist es online einsehbar.

Die Vereinigung widmet sich nicht nur der Kontaktpflege und stellt auf ihren Tagungen viele Mitgliedsmuseen im Kollegenkreis vor, sie veranstaltet auch Fortbildungen und bietet für aktuelle Fragen des Museumswesens ein Forum. Publikationen wie die Bibliographie Westfälischer Museen (1995) und ihre Tagungsberichte. Seit 1995 gibt es einen Arbeitskreis "Museumspädagogik", die zusätzlich jährliche Fachtagungen durchführt, und im März 2010 wurde ein Arbeitskreis "Sammlungen und Internet" gegründet.

Geschichte der Vereinigung Westfälischer Museen

Die Vereinigung Westfälischer Museen e.V. entstand, als sich am 11. Mai 1926 auf Einladung von Prof. Dr. Max Geisberg (1875-1943), des damaligen Direktors des heutigen LWL-Landesmuseums für Kunst und Kultur, Museumsleiter aus allen Teilen Westfalens in Münster trafen und eine Arbeitsgemeinschaft mit zunächst 19 Mitgliedern bildeten, die sie "Vereinigung Westfälischer Museen" nannten.

Zielsetzung war laut Satzung Beratung in den Angelegenheiten der Heimatmuseen, Fühlungnahme ihrer Leiter, Auswertung der Bestände und Abgrenzung der Sammlungsaufgaben. Die praktische Museumsberatung erfolgte durch das Landesmuseum, anfangs insbesondere durch die Assistenten Rudolf Uebe und Robert Nissen. Wichtig für den kollegialen Kontakt und Austausch waren die seit 1926 kontinuierlich ein- bis zweimal im Jahr stattfindenden Tagungen in Münster und allen Teilen Westfalens. Seit 1928 wurden auch Wanderausstellungen zu kunst- und kulturgeschichtlichen Themen organisiert. 1935 wurde erstmals ein Westfälischer Museumsführer herausgegeben, dem 1955 und 1971 weitere folgten.

Von 1926 bis 1978, also mehr als fünfzig Jahre, hat die VWM zuerst für den Provinzialverband Westfalen, dann für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe Aufgaben der regionalen Museumspflege erfüllt. Sie war bei der Förderung, Neugestaltung, Gründung und Projektentwicklung von Museen ein gefragter Partner, bis für diese Aufgaben 1978 der LWL ein eigenes Museumsamt einrichtete. Seither sind auch die Direktoren des Landesmuseums nicht mehr "geborene" Vorsitzende, sondern werden nach einer neuen Satzung gewählt:

Max Geisberg (bis 1934), Robert Nissen (bis 1945), Walther Greischel (1946-1954), Hans Eichler (1955-1972), Paul Pieper (1972-1977), Peter Berghaus (1978-1985), Klaus Bußmann (1985-1996), Hartmut Polenz (1996-2005), Bennie Priddy (2005-2010) und seitdem Eckhard Trox standen der Vereinigung vor. Die Hauptlast der Arbeit ruhte indes jeweils auf den Schultern des Geschäftsführers, 1946 bis 1972 Paul Pieper, Siegfried Kessemeier (bis 1984), Hartmut Polenz (1984-1996), Ellen Schwinzer (1996-2000) und danach bis heute Gerd Dethlefs.

Museen in Not

Die Verwaltung der Stadt Bad Oeynhausen hatte 2010 vorgeschlagen, das erhebliche Haushaltsdefizit u.a. durch die Schließung der Bad Oeynhausener Museen aufzufangen. Es ging hier vor allem um das Deutsche Märchen- und Wesersagenmuseum (vgl. die Zeitungsberichte Neue Westfälische vom 27.03.10 und Westfalen-Blatt vom 15.04.10). Der Vorsitzende der Vereinigung Westfälischer Museen, Dr. Bennie Priddy, und weitere Vorstandsmitglieder hatten in dieser Sache Protestbriefe an den Bürgermeister und an die Vorsitzenden der Ratsfraktionen geschrieben. Außerdem wurden vor Ort fast 5000 Unterschriften für den Erhalt der Museen gesammelt.

Einige Ratsfraktionen hatten sich daraufhin am 18.06.10 für einen Aufschub der Schließung des Museums ausgesprochen (Bericht hier). Die Entscheidung über die Sparpläne hat der Rat der Stadt am 07.07.2010 durch Beschluss eines Doppelhaushalts 2010/2011 vertagt: Die Museen bleiben Bad Oeynhausen vorläufig erhalten, fraglich ist aber, in welcher Form. Wir freuen uns, dass die Proteste diesen Erfolg bewirkt haben.

Um Kosten zu sparen, wird das renommierte Stadt- und Bädermuseum in Bad Salzuflen geschlossen und in ein Restaurant umgewandelt (vgl. den Bericht in der Lippischen Landes-Zeitung). Hier halfen Proteste seitens der Vereinigung Westfälischer Museen nichts, da sogar die Lokalpresse die Schließungspläne begrüßte (vgl. den nebenstehenden Kommentar vom 17.04.10).

Zum noch im Sommer 2010 durch Verlust einer hauptamtlichen Leitung gefährdeten Hellweg-Museum in Unna gibt es dagegen einen weiteren Erfolg auch unseres Protestes zu vermelden: Wie der Hellweger Anzeiger am 28.10.10 vermeldet, soll immerhin eine der beiden Leiterinnen dem Museum mit einer halben Stelle dauerhaft erhalten bleiben.